8 Strategien, die glücklich machen

Es gibt Tage (und manchmal sogar Wochen), an denen wir fest davon überzeugt sind, nie wieder glücklich sein zu können. Alles fällt schwer, nichts will klappen und wir hängen fest in diesem tiefen Loch aus dem wir glauben nie wieder raus zu kommen.

Ich könnte dir tausend Dinge auflisten, die nicht gegen das Traurigsein helfen und manchmal ist eine Depression auch einfach eine blöde Depression und wir brauchen professionelle Hilfe. Nicht falsch verstehen; ich geb hier keine Heilsversprechen, dafür weiß ich zu gut, dass eine Krankheit einfach eine Krankheit ist, die man therapieren muss. Punkt.

Aber ich hab mir im Lauf der Zeit ein paar Helferlein, Tricks und Routinen angewöhnt. Ein paar Strategien, die mir sehr helfen, nach oben zu krabbeln und trotzig meine Nase aus dem blöden, dunklen Loch zu strecken.

Das sind meine besten acht Strategien um glücklicher zu sein:

1: Starte bewusst in den Tag

Die ersten Minuten deines Tages bestimmen, wie der Rest des Tages abläuft. Sie versetzen dich und deine Wahrnehmung in eine gewisse Grundstimmung. Deshalb ist eine Morgenroutine ein echt guter Trick, um die Richtung deines Tages vorzugeben. Das haben auch schon viele andere kluge Köpfe vor dir gemacht und ich bin sicher, dass wir noch viel von diesem „Lifehack“, der auch für mich einen großen Unterschied gemacht hat, hören werden.

Stell dir deine ganz eigene Routine zusammen, die für dich passt. Das fängt beim Weckton und der Uhrzeit an, zu der du aufstehst. Vielleicht hilft es dir, morgens zu meditieren, eiskalt zu duschen oder gemütlich zu baden. Du kannst ein Kapitel eines schönen Buches lesen statt sofort die Mails oder Facebook zu checken. Du kannst aber auch direkt nach dem Aufstehen Yoga machen oder jeden Morgen einen Kuchen backen. Was auch immer dich glücklich macht. Go crazy, probiers aus!

 

2: Beweg dich

Ein alter Hut, nicht wahr? Tja, auch alte Hüte haben ihre Berechtigung. Also sag ich’s nochmal: Bewegung – vor allem an der frischen Luft – ist absolutes Gift für schlechte Laune und ein Garant für ein glücklicheres Leben.

Versteh mich nicht falsch: ich bin alles, aber keine Sportskanone. Trotzdem schaffe ich es langsam aber sicher, Bewegung, Laufen, Sport und vor allem den Spaß daran in mein Leben einzubauen. Vor allem tägliches Spazierengehen hat bei mir viel verändert.

Zwei Dinge haben mir den Einstieg in das tägliche Spazierengehen sehr erleichtert: zum einen haben wir seit einiger Zeit einen jungen Labrador bei uns aufgenommen, der viel Auslauf braucht und ihn aktiv einfordert. Gut für mich, denn inzwischen merke ich auch, wie sehr ich meinen Auslauf brauche, ohne den kleinen Racker hätte ich aber sicher nicht so schnell damit angefangen. Jetzt brauche ich meine tägliche Runde mit ihm richtig. Wir entdecken immer neue Waldstücke, Feldwege und schöne Plätze. Ich ziehe mich mit ihm ganz bewusst ihn die Natur zurück und laufe lange, schöne Strecken um raus zu kommen aus dem üblichen Lärm und der Geschäftigkeit der Stadt.

Zum anderen habe ich einen Trick angewandt, mit dem ich meinem faulen Ich das Spazierengehen einfacher gemacht habe. Ich hab ein Paar Kopfhörer für 9,99€ gekauft. Naja fast. Gerade zu Beginn hatte ich Bedenken, dass ich mich auf den Spaziergängen langweilen könnte. Deshalb hab ich mir die Kopfhörer zugelegt und damit auf meinen Spaziergängen Podcasts oder Hörbücher gehört. Das hat mir geholfen, die Zeit einzuschätzen, die ich laufe, hat mich inspieriert und abgelenkt vom inneren Schweinehund, der alle zehn Meter umkehren wollte.

Inzwischen brauche ich die Spaziergänge richtig und nutze sie zum Hundetraining oder um Achtsamkeit zu üben (siehe nächster Punkt), aber für alle, die allein laufen oder gerade starten: probierts mal mit Podcasts und Hörbüchern, dann fühlt sich das allein Laufen nicht so eigenartig und der Weg nicht so lang an.

Das tägliche Spazierengehen, der damit verbundene Energiegewinn und die langsam steigende Kondition führen übrigens dazu, dass ich auch andere Sportarten in mein Leben einbaue. Mal gespannt, wohin das führt! 🙂

 

3: Sei achtsam

Wenn du nur ein bisschen bist wie ich, dann kennst du das sicher: Gleich nach dem Aufstehen geht die Gedankenmaschine an. Was ist noch zu tun? Was muss ich machen? Was war gestern, warum war das wieder nicht so gut? Wie soll ich das nur schaffen? Wo soll das hinführen?

Da geht es uns allen gleich: wir sind immer auf das Vergangene oder Zukünftige ausgerichtet, ganz selten leben wir im Hier und Jetzt und NUR im Hier und Jetzt.

Bei der Achtsamkeit geht es darum, ganz im Hier und Jetzt zu sein und die Gedanken an die Vergangenheit und Zukunft mal eine Weile beiseite zu lassen.

Dafür gibt es mehrere Techniken und es ist wie mit jedem Muskel unseres Körpers: durch Training werden wir besser, unser Achtsamkeitsmuskel wächst und es fällt uns immer leichter.

Zum Kennenlernen und Üben empfehle ich (Hallo, schöne neue Zeit!) die App 7Mind. Dort lernst du Schritt für Schritt und in nur sieben Minuten täglich, wie du achtsamer sein kannst. Ich hab auch mit der App angefangen und nutze sie noch immer. Probiers aus, du hast nichts zu verlieren.

 

4: Sei dankbar

Zwei kleine Worte, die meine Sicht aufs Leben verändert haben. Vielleicht hast du schon mal von Dankbarkeits-Tagebüchern gehört. Der vielleicht bekannteste Vertreter ist das 5-Minute-Journal, mit dem ich auch angefangen habe. Mithilfe dieser Tagebücher beginne ich meinen Tag und beende ihn auch (siehe nächster Punkt).

Jeden Tag beantworte ich also für mich die Frage: Wofür bin ich dankbar?

Und weil ich mir vorgenommen habe, nicht jeden Tag dasselbe zu schreiben, aber jeden Tag mindestens zwei Dinge einzutragen, bin ich permanent auf der Suche nach tollen Dingen, Menschen oder Situationen, für die ich dankbar sein kann. Das lenkt meinen Blick ganz automatisch auf die guten Dinge in meinem Leben und lässt die nicht ganz so schönen Sachen viel unwichtiger erscheinen. Probiers mal aus. Versuch mal ganz aktiv nach Dingen zu suchen, die du morgen in dein Dankbarkeitstagebuch schreiben könntest. Das kann die Sonne sein, die durch die Wolken spitzelt. Das genau richtig satt sein nach dem Essen, das frisch bezogene Bett, das so gut duftet. Oder die Freundin, die anruft und schon aus deinem „Hallo“ raushört, wie es dir geht. Ja, ich weiß, dass es verdammt hart sein kann, in den dunklen Tagen auch noch dankbar zu sein. Aber es hilft! Versprochen!

 

5: Beende deinen Tag ordentlich

Ich konnte lange Zeit nicht richtig einschlafen. Gerade in meinen schlechten Zeiten habe ich viel gegrübelt, das Gedankenkarusell hat sich immer schneller gedreht, mein Kopf kam nicht zur Ruhe und hat meine Seele angestachelt. Das Ergebnis war ein müder Körper mit aufgewühltem Innenleben, der alles fand aber keinen Schlaf. Dass schlechter Schlaf nicht gerade gut für die seelische Gesundheit ist, muss ich dir wahrscheinlich nicht sagen.

Ich hab also viel versucht. Über Spazierengehen am Abend, frühem und spätem zu Bett gehen, Sport am Abend, zwei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen/trinken/lesen/anschauen bis hin zu Schlafreduzierung über mehrere Tage. Nichts hat mich so wirklich überzeugt. Bis, ja, bis das Journaling, das Tagebuchschreiben in mein Leben kam.

Seitdem schreibe ich jeden Abend auf

  • wofür ich dankbar bin,
  • welche drei Dinge meinen Tag großartig gemacht haben,
  • was ich alles geschafft habe und
  • welche Ziele ich mir für morgen setze.

Für mich ein echter Gamechanger, der endlich, endlich zu ordentlichem Schlaf und viel mehr Kraft für den nächsten Tag geführt hat.
Ich nutze dazu inzwischen die App GridDiary und bin sehr zufrieden damit!

 

6: Nimm deine Bedürfnisse ernst und dich nicht zu wichtig

Was erstmal wie ein Widerspruch klingt, ist eigentlich gar keiner. Wir leben oft zwischen zwei Extremen: wir finden uns selbst eigentlich gar nicht so toll (Stichwort: Selbstwertgefühl), glauben gleichzeitig aber, dass andere wahnsinnig viel von uns erwarten. Auf keinen Fall scheitern, keine Fehler machen, keine Schwäche zeigen. Und schon ist es passiert. Wir stellen irre hohe Anforderungen an uns selbst, immer ein Auge auf „die Anderen“ und vergessen dabei, was wir eigentlich brauchen. Was uns allein guttut, wie wir uns besser fühlen.

Hör in dich hinein. Stell dir die Frage; „Warum tue ich das? Mach ich’s für mich oder will ich anderen damit gefallen?“ Und dann musst du entscheiden: willst du glücklich sein ODER es allen recht machen?

 

7: Finde Inspiration und hol dir Hilfe

Ich teile hier nur meine eigenen Erfahrungen und Ergebnisse vieler Tests, einiger Erfolge und zahlreicher harter Niederschläge. Aber: ich weiß nicht, wie es dir gerade geht, was du brauchst oder wo du stehst. Deshalb meine eindringliche Bitte: such dir Hilfe, wenn du nicht weiter weißt. Bei Freunden, Verwandten und am besten schon früh bei Profis. Denn die Wartezeiten für Therapie und Co. sind meist quälend lang und je früher du dich und deine Probleme mal von einem Profi checken lässt, desto besser.

Und mindestens genauso wichtig: lass dich inspirieren. Füttere deine Leidenschaft und deine Kreativität mit Podcasts, Büchern, Blogs, Filmen und Videos. Schau über den Tellerrand hinaus, tausch dich aus, finde Gleichgesinnte und Querdenker. Such nach Menschen, die ihre Leidenschaft leben. Es gibt nichts schöneres als die Geschichten anderer Menschen!

 

8: Bleib dran

Nicht alle Mechanismen funktionieren für jeden und nicht alles klappt gleich auf Anhieb. Versuch dran zu bleiben und kleine Schritte zu machen. Mir (als Megazweifler und Dauergrübler) fällt es oft nicht leicht, neue Gewohnheiten in meinen Alltag zu integrieren, weil ich schnell wieder aufgebe und alles hinterfrage. Deshalb trickse ich mich mit zwei Kniffen selbst aus:

Erstens versuche ich, möglichst kleine Schritte zu machen. Eigentlich will ich immer gleich alles, möglichst schnell und bitte von Anfang an perfekt. Dämlich, denn so kommt es schnell zu Frustration und ich gebe wieder auf. Statt also mein Leben von heute auf morgen völlig umzukrempeln, mache ich Babysteps. Ich will meditieren und Achtsamkeit lernen? Statt gleich die 2-Stunden-Megameditation zu starten, beginne ich mit wenigen Minuten täglich. Du willst deinen Haushalt besser im Griff haben? Statt gleich den riesen Frühjahrsputz zu starten, putz doch einfach nur ein Fenster. Nur ein einziges. Kleine Schritte nacheinander führen auch zum Ziel und das oft mit weitaus weniger Frust.

Zweitens hab ich mir für tägliche Routinen das 7-Tage-Versprechen gegeben. Ich gleibe eine Woche mit aller Sturheit an einer Sache dran und erlaube mir erst dann zu entscheiden, ob ich weiter machen oder lieber wieder loslassen will. Eine Woche ist eine gute Zeit, weil sie lang genug ist um beispielsweise eine morgendliche Routine an allen Wochentagen auszuprobieren und gleichzeitig ist sie nicht zu lang, als dass du zu viel deiner Lebenszeit auf etwas verschwendest, was nicht zu dir passt.
Während dieser sieben Tage ziehe ich das Programm stur durch, beobachte zwar, wie es mir damit geht und notiere meist auch meine Gedanken, aber ich treffe in dieser ersten Phase keine Entscheidung. Braucht ein bisschen Selbstkontrolle, hilft aber ungemein!

 

Jetzt hoffe ich sehr, dass du ein paar Ideen für dich und deinen Alltag mitnehmen konntest. Wenn du noch weitere Tricks hast, hinterlass mir einen Kommentar!

Nur das Beste für dich

Sarah

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